PUSCHKAWÜ am 12.10.2018 im sBaumgarten-Wohnzimmer

Puschkawü bieten dem Wohnzimmer als so sympathisches wie musikalisches Glückskleeblatt (im Quintett können sie auch, da wird dann noch zusätzlich perkussioniert) eine quietschfidele Genuss-O(h)rgie, die keiner so schnell vergessen wird.
Schon beim ersten Eindruck gibt’s gleich mal was Angenehmes auf’s Aug’, denn das dezent-frische schwarz-rote Outfit der Musikanten macht ein edles Bild.
Robert Lederer, mit flauschiger Hippie-Haartracht und charismatisch abgeklärt, kann stimmlich von Donald Duck bis Zarah Leander jonglieren, wobei man mitten drin plötzlich angenehm an Ludwig Hirsch erinnert wird, was sich als geschmeidigster Honig für die Gehörgänge erweist.
Peter Marnul , treuen Wohnzimmeristas schon als Augen- und Ohrenstern wohl bekannt, bringt Stimme und Saiten hochtalentiert, augenzwinkernd, mit viel Gefühl und bester Laune zum Einsatz.
Jakob Schell, täuschend seriös hinterm Kontrabass, den er aussagekräftig und jazzmafiatauglich bedient, sei’s wild gezupft oder sanft gestrichen, kann zum allgemeinen Gaudium auch richtig groovig Beat-Box-Gangsta, der Schel(l)m!
Carmen Semler, dem quirligen Nesthäkchen der Band, sitzt der Schalk im Nacken und in der goldenen Kehle.
Ein süßer Spaßvogel, mit beträchtlich Musik im Blut, zeigt uns alle Facetten ihrer eingängigen Stimme, mal zärtlich sanft, dann groß und weit oder passend geskattet, einfach zum nieder knien!
Samt Trompete, mit der sie zur Zeit wieder in (glücklicher) Beziehung ist, bietet sie einen derart smarten Anblick, dass man Carmen am liebsten gleich einpacken und mitnehmen möchte.
Dass sie uns mit dem Kazoo mehr als nur ein Lächeln entlockt, ist sowieso klar, und auch die Gänsehaut wird stark beansprucht.
Die erfrischende Musik verwöhnt völlig frei aller Schubladen und dauergroovy unsere Hörorgane.
Die offensichtliche Spielfreude des Quartetts ist ansteckender als jede spanische Grippe,
sie singen, spüren, spielen, es werden alle Gefühlsregister gezogen, die Musik geht auf wie eine duftende Blume und der Seelenkasperl kann raus.
Die feinen Dialekt-Texte beschreiben lebensnah und witzig, geistreich und sentimental das Wiener Froh- und Wuaschtgemüt.
Mit viel treffendem Humor werden Kellnerinnen, Longdrinks – hier zeigt Hausherr Karl unter Beifall großes Herz und serviert viermal „Whiskey sour“ – Weltuntergang, das letzte Gefecht und das ewige Gefecht der Liebe, sowie der passende Hut besungen.
An dieser Stelle sei das werte Publikum lobend erwähnt, das weder mit begeistertem Applaus noch mit großzügigen Hutspenden geizt, so offenes Herz für die Künstlerzunft beweist und auch auf seine Unterhaltungs- und Seelenheilkosten kommt.
Püschkawü wird hoffentlich noch öfter das Wohnzimmer in Ekstase versetzen!
Zwischenzeitlich betet Schreiberling inbrünstig für ein neues Ladekabel … 😉
BLONDPRODUCTION „Funky“ Renate Danninger

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